Lebenskünstler
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„Lebenskünstler in Bewegung“
Kreativität kennt keine Behinderung
ein Projekt der Stadtarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte Dresden e.V.
„Lebenskünstler in Bewegung“ will mit verschiedenen kreativen und künstlerischen Aktivitäten Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, Künstlern und Kunstinteressierten schaffen und auf die kreativen Potentiale von Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen.Unter dem Motto „Kreativität kennt keine Behinderung“ werden Aktivitäten und Begegnungen in den Bereichen Theater, Musik und Bildende Kunst, wie Workshops, Kurse, Ausstellungen und Auftrittsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung geschaffen. Gleichzeitig soll ein nachhaltiger Beitrag zur Gleichstellung dieser Menschen geleistet werden.
Das Bild von Behinderung und behinderten Menschen in der Öffentlichkeit und in den Medien führt noch immer sehr leicht zu Schwarz-Weiß-Malerei. Betroffene und ihre Angehörigen fühlen sich sowohl qualitativ als auch quantitativ nicht angemessen repräsentiert. Menschen mit Behinderungen werden entweder als defizitäre Wesen oder Superman mit Handicap dargestellt, ausgespart ist der Durchschnittsbetroffene, der seinen normalen Alltag meistert.
Die Kulturarbeit der Stadt AG Hilfe für Behinderte Dresden e.V. will an dieser Stelle Vorurteile abbauen und kreative, künstlerische und kulturelle Betätigung und Teilhabe unterstützen.
Künstlerisches Miteinander als Brücke der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung soll zu einem festen Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt Dresden werden.
„Der Umgang mit behinderten Menschen, eingeschlossen die ihnen eingeräumten Möglichkeiten zur schöpferischen Betätigung, ist auch ein Indikator für das kulturelle Klima und die Reife einer Gesellschaft.“
Bernd Neumann
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
PROJEKTE
Musik
Im Rahmen des Projektes der Stadt AG Hilfe für
Behinderte Dresden e.V. wurde im Herbst 2005 die Band "Alpha-Project“
gegründet. Mit der Gründung der Band wurde ein altersgerechtes Angebot
im Sinne von selbstbestimmter Freizeitgestaltung verbunden mit einer
intensiven musikalischen Förderung geschaffen.
In Kooperation mit dem Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden konnte die
professionelle Bandleitung und ein kostenfreier Raum zur Verfügung
gestellt werden.
Keines der Bandmitglieder hatte bislang Erfahrung im Spiel eines
Instruments. Inzwischen sind es 5 der 10 jungen Leute, die Instrumental-
bzw. Gesangsunterricht am Konservatorium nehmen.
Die Bandmitglieder arbeiten in verschiedenen Einrichtungen und
Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie kannten es
bisher nicht anders, als dass Kreativ- und Kulturangebote immer auch
dort stattfanden. Sie sind begeistert, durch dieses Angebot aus ihrem
Nischendasein heraustreten zu können, ernst genommen zu werden und ganz
neue Kontakte zu erleben. Von Anfang an waren alle hoch motiviert.
„Alpha- Project“ hat sich im letzten Jahr enorm weiterentwickelt. Begann
die Band zunächst Songs und Titel verschiedener Bands zu covern, so sind
es inzwischen 7 Songs, die selbst komponiert und gedichtet wurden. Vom
ersten Wort bis zum letzten Ton sozusagen eigene Handarbeit. Dies ist
eine gute Bilanz, auf die sowohl die Musiker als auch die Bandleitung
sehr stolz sind.
Durch Spendengelder konnte die Probenzeit auf 120 Minuten pro Woche
erhöht werden. Dies ist für die Intensivierung der Arbeit, für die
Entwicklung der Fertigkeiten des Einzelnen auf seinem Instrument und für
das Arrangieren der Songideen von großer Wichtigkeit.
Ein erster für die Band sehr bedeutender Auftritt war ein Benefizkonzert
für den Verein „Aufwind e.V.“. Im Rahmen des Elbhangfestes 2006 fand ein
Open Air-Konzert gemeinsam mit dem Jazz-Chor des St. Bennogymnasiums in
warmer Sommernacht mit gut 300 Gästen statt.
Zum Elbhangfest 2007 fand im Vorfeld des Auftritts der Band
„Alpha-Project“ ein Projekt in Kooperation mit dem Studiengang
„Kunsttherapie“ der Hochschule für Bildende Künste Dresden statt. Der
Auftritt inmitten hunderter Elbhangfestbummler wurde mit allen
Bandmitgliedern gemeinsam konzipiert und vorbereitet.
Im Oktober 2007 gewann „Alpha Projekt“ den 4. Preis des von der
Miriam-Stiftung der Uni Dortmund ausgeschriebenen Wettbewerbs „InTakt“.
Zum Elbhangfest 2008 trat „Alpha - Project“ gemeinsam mit der jungen
Funkband „Röschbandz“ auf.
Seit ihrer Gründung tritt die Band zu verschiedensten Anlässen auf: Zu
Ausstellungseröffnungen im Rathaus, zu Begegnungstagen, zu öffentlichen
Veranstaltungen.
Der Höhepunkt des Jahres ist die große „funkJUnight“ im angesagten
Musikclub „Tante JU“ im Dresdner Industriegelände, wo „Alpha-Project“
gemeinsam mit professionellen und jungen Funk-Bands spielt: 2006 mit dem
Funky Hamond Blues Quintett, 2007 mit den Royal Soldiers und am
18.November 2008, zur nunmehr 4. Dresdner „funkJUnight“, gemeinsam mit
der HSK Bigband.
In diesem Jahr entstand in Zusammenarbeit mit dem Medienkulturzentrum
ein Film mit der Band über die Band gemeinsam mit Jugendlichen ohne
Behinderung.
Bilder der Band "Alpha-Project" hier.
Theater
Theaterrevue des OV Lebenshilfe Dresden e.V.
Die Theatergruppe der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung
trat mit ihrer „Inpuncto - Revue“ im Rahmen von „Lebenskünstler in
Bewegung“ im „Theaterhaus Rudi“ im Mai 2006 und 2007 auf. In einer
bunten Schau erzählten die Mitglieder spielend, singend und tanzend aus
ihrem Leben. Die Theatergruppe setzt sich aus Menschen, die in den
verschiedenen Inpuncto Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten zusammen.
Manch ein Mitglied hätte sich noch vor geraumer Zeit nicht vorstellen
können, auf einer Bühne zu stehen, sich auf eine Bühne zu trauen! Die
Theaterarbeit stärkt das Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit, sie
weckt die Lust, sich auszuprobieren, zu entdecken, neue
Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. „Unsere Theatergruppe wird
professionell angeleitet und bietet entsprechende Qualität. Natürlich
sind es Laien, das ist aber auch schon alles“, sagt Werkstattleiter
Michael Bohn.
2008 trat die Theatergruppe u.a. beim UNO- Behindertentag mit Auszügen
aus ihrem neuen Stück „Pygmalion“ im Rathaus auf.
Bilder der Theatergruppe hier.
Bildnerisches Gestalten
Die bildnerischen Fähigkeiten junger geistig
beeinträchtigter Menschen stehen im Mittelpunkt von Workshops im Rahmen
von „Lebenskünstler in Bewegung“. Der bildnerische Ausdruck ist für
diese Menschen eine wunderbare Möglichkeit, etwas von ihrer Erlebniswelt
zu zeigen. Die kreativen Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne
Behinderung inspirieren, sensibilisieren und tragen dazu bei,
Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten zu entdecken und Berührungsängste
abzubauen.
Workshop „Spieglein, Spieglein…“ im Jugendhaus „Interwall“ mit Schülern
der FS „Astrid Lindgren“, deren Angehörigen, Freunden und Besuchern des
Jugendhauses
Unter der Anleitung von zwei Künstlerinnen / Kunsttherapeutinnen wurde
das Thema „Selbstbild / Porträt“ erkundet und gestalterisch erfahren.
Anschließend wurden die Bilder des Workshops „Spieglein, Spieglein“ in
der Förderschule „Astrid Lindgren“ ausgestellt.
Workshop „Ein Haus für mich in unserer Stadt“
„Wir laden ein zu einer Entdeckungsreise in die eigenen Lebensräume. Auf
dieser Reise wird geklebt, geschnitten, kaschiert, gezeichnet, gemalt,
fotografiert…“ hieß es im November 2007 im Kinderheim Bernhardstraße
beim integrativen Workshop im Rahmen von „Lebenskünstler in Bewegung“.
Der Workshop bot den Kindern und Jugendlichen, angeleitet von zwei
Kunsttherapeutinnen, die Gelegenheit, sich mit dem Thema des näheren und
weiteren Lebensraumes auf spielerische, kreativ/gestalterische Weise
auseinander zu setzen und sich auf eine Entdeckungsreise zu den
verschiedenen Facetten ihrer Lebensräume zu begeben.
Eingeladen zum Workshop waren Schüler mit einer geistigen Behinderung,
deren Geschwister, Freunde und Eltern.
Zu Beginn standen die Fragen: Wohin komme ich am Ende meines Weges,
wohin komme ich „nach Hause“, wie soll es aussehen mein Haus, mein
Zuhause? Was sollte es da unbedingt geben, was brauche ich in meinem
Haus, wen brauche ich in meinem Haus, was wünsche ich mir?
Weiß grundierte, größtenteils begehbare Häuser aus Pappen bekamen
farbige Gestalt und viele schöne Details zugeordnet: z.B. Lisas Haus
einen Fahrstuhl für ihre Puppe, Marcel und Philipp „schmiedeten“ sich
einen goldenen Schlüssel. Es entstanden goldene Türen, ein goldener
Fernseher, Philipp deckte den Tisch für Marcus und sich. Einen richtig
schönen, großen Briefkasten bauten sich Marion und Petra, um auch recht
viel Post zu erhalten! Mandy und Sarah klebten sich in ihr Haus viele
bunte Fenster. Das Haus sollte besonders schön von außen anzuschauen
sein.
Begegnungen
Lebenskünstler in Bewegung möchte mit seinen
Aktivitäten immer wieder Brücken der Begegnungen zwischen den Menschen
schlagen.
In diesem Jahr gab es eine ganz außergewöhnliche Begegnung:
Ein Austausch mit einer Behinderten-Einrichtung aus Chichester/England,
initiiert von Dr. Alan Russell, Stadt AG Hilfe für Behinderte Dresden
e.V. und OV Lebenshilfe Dresden e.V.
Im Jahr 2006 wurde der Erich-Kästner-Preis an den Unterstützer des
Wiederaufbaus der Frauenkirche, Dr. Alan Russell, vergeben. Ein Teil des
Preises erhielt unser Projekt „Lebenskünstler in Bewegung“ der Stadt AG
Hilfe für Behinderte Dresden e.V.
Seit dieser Zeit ist ein intensiver Kontakt zu dem Dresden Trust Gründer
entstanden, und es kam zu dem Wunsch und der Idee eines Austausches
zwischen Menschen mit geistiger Behinderung einer englischen Einrichtung
und des OV der Lebenshilfe Dresden e.V. Auf Grund seines Wirkens für
Dresden und einer lebendigen Verständigung zwischen den Menschen misst
Dr. Alan Russell diesem Austausch eine große Bedeutung zu.
Dieser Austausch mit einer englischen Behinderteneinrichtung, initiiert
und organisiert von Dr. Alan Russell, der Stadt AG Hilfe für Behinderte
Dresden und dem OV Lebenshilfe Dresden e.V., wurde zunächst als
Einladung nach Dresden realisiert. Im September 2008 besuchte die
englische Gruppe von Menschen mit geistiger Behinderung und deren
Betreuer unsere Landeshauptstadt. Der Gegenbesuch einer Gruppe des OV
Lebenshilfe Dresden e.V. wird 2009 stattfinden.
Stadt AG
Hilfe für Behinderte Dresden e.V.
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Konto-Nr: 1117225Unser Projekt „Lebenskünstler in Bewegung“ ist auf Spenden und Sponsoren angewiesen, um die initiierten Aktivitäten weiterführen zu können und nachhaltig unser Anliegen zu verfolgen!